Da war der Herr von Steinebach,
ein Westerwälder Ritter,
der zog von heimatlichen Dach
zu fernem Kampfgewitter
dem Kaiser nach ins heil´ge Land.
In seiner Rüstung Glanze
und focht dortselbst mit starker Hand
bei manchem Schwertertanze.

Sein braves Weib liess er zurück;
verbunden ihm in Minne.
Sie winkte bis zum Letzten Blick
von hoher Turmeszinne.
Auf langem Weg durch Wüstenei
blieben viele Helden stecken.
Auch schlug der Türken Reiterei
vom Pferd so manchen Recken.

Nach langen Monden dutzendfach
sah man zu Hörnerklängen
das Heer und den von Steinebach
in jene Stadt sich drängen,
die von den Heiden ward befreit,
die ach so weltbekannte,
als gold´ne Stadt der Christenheit
oft im Gebet genannte.

Jedoch dem Herrn von Steinebach
erstarb das Freudgeschalle
durch einer Botschaft Ungemach
aus heimatlichem Stalle.
Die Gattin sei, drang an sein Ohr,
plötzlich durch Schlag verschieden.
Da trug der Ritter Trauerflor
als Witwer nun hienieden.

Der Ritter von
Steinebach

von Fritz Hans Rückel

Ruine

Burgruine zu Steinebach  

Foto: M.Fandler

Bald auf dem Rückweg dann, gelind,
als man den Feind erlegte,
sah er ein Sarazenenkind,
das im das Herz bewegte.
Dem Prinzesslein aus Sultans Stamm
gab Schutz er mit dem Schwerte,
als man den Palast stürmend nahm,
dass niemand sie versehrte.

Sie blieb bei ihm von diesem Tag,
ihm Mokka einzugiessen,
und auch nach heissem Schwerterschlag
die Nächte zu versüssen.
So kam es, dass der von Steinebach
ihr schenkte Ring und Namen
und sie zum Weib nahm mit Bedacht.
Der Bischof sagte Amen.

Die Überraschung war nicht klein,
da er nach vielen Meilen
betrat den heimatlichen Hain,
dem Burghof zuzueilen,
denn vor dem vertrauten Tor
stand sie, die Totgesagte,
die Gattin, lebend, wie zuvor,
die ach so sehr Beklagte.

Doch war der Herr von Steinebach
von praktischem Gehabe.
Als Realist mied er den Krach
und sprach mit Himmelsgabe.
Es nahm der Herr von Steinebach,
dem Westerwald entsprossen,
zwei Frauen in das Schlafgemach,
die beide er genossen.

Kam am Kalender grade Zahl,
gab es nie ein Vertuen,
war seine Erste erste Wahl
und durfte bei ihm ruhen.
War ungerade das Signal,
holte er sich die Zweite;
so waren ein ums andre mal
zufrieden alle beide.

Das war der Herr von Steinebach,
ein durch und durch Gerechter,
und Vorbild in dem Doppelfach
für spätere Geschlechter.
Es sieht, wer sich auf Frau´n versteht,
was jener hat bewiesen,
wie gut´s mit mehr als einer geht,
und das ist zu begrüssen!

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